Telemedizinische Anwendungen können nicht nur im Bereich der Intensivmedizin und Infektologie ihren Nutzen haben, sondern auch noch in vielen weiteren medizinischen Disziplinen, etwa in der Neurologie. Die sog. „Teleneurologie“ fokussiert den Einsatz von Telemedizin bei neurologischen Krankheitsbildern, insbesondere beim Schlaganfall. In den vergangenen Jahren haben sich bereits zahlreiche telemedizinische Schlaganfallnetze und sog. „Tele-Stroke-Units“ gebildet. Diese möchten mittels Informations- und Kommunikationstechnologien dazu beitragen, die Überlebenschancen von Patienten/-innen zu erhöhen und Komplikationen zu vermeiden bzw. zu verringern.

Vielfältige Einsatzszenarien

Die sog. Schlaganfallnetze sind nur eine von vielen Optionen. Sie ermöglichen es auch kleineren Krankenhäusern ohne eigene „Stroke-Unit“, Schlaganfall-Patienten/-innen durch die telekonsiliarische Beratung von Schlaganfall-Experten/-innen größerer Kliniken eine adäquate Behandlung zukommen zu lassen. Es gibt eine ganze Reihe weiterer Anwendungsfelder, in welchen telemedizinische Anwendungen gute Dienste leisten können. Dazu gehören etwa die neurologische Rehabilitation oder die Behandlung von Schlaganfall. Um die Vielfältigkeit der Anwendungen zu zeigen und Fachkräfte verschiedener Disziplinen zusammenzubringen, findet am 23. und 24. Juni 2017 im Dorint-Hotel in Erfurt der erste Deutsche Teleneurologie-Kongress statt.

Teleneurologie-Kongress zeigt die Bedeutung der Telemedizin in der Neurologie

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin DGTelemed organisiert zusammen mit der Hans-Berger-Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Jena den Kongress. Klinikvertreter/-innen, Gesundheitsfachkräfte und Ärzte/-innen, Kostenträger, Vertreter/-innen der Industrie und gesundheitspolitische Entscheidungsträger/-innen sollen erstmals in Deutschland eine umfassende Möglichkeit haben, aktuelle medizinische Entwicklungen zu diskutieren und aufzuzeigen. Genauso soll es aber auch darum gehen, noch vorhandene Barrieren zu identifizieren, Lösungsmöglichkeiten herauszufiltern und die Vernetzung untereinander zu fördern.

Bei dem Kongress wird auch Prof. Gernot Marx, Vorstandsvorsitzender der DGTelemed und Leiter des Projektes TELnet@NRW anwesend sein und über seine Erfahrungen mit telemedizinischen Anwendungen berichten. Auch das Projekt TELnet@NRW wird auf dem Kongress präsentiert. Weitere Informationen zum Kongress sowie zum (vorläufigen) Programm finden Sie hier.